WINNER erreicht ersten Projektmeilenstein

Bauarbeiten stehen kurz bevor

Das Projekt WINNER erreichte im Juni seinen ersten Projektmeilenstein und legte ein ausführliches Lastenheft vor, in dem das Projektkonzept aus technischer, baulicher, rechtlicher und wohnungswirtschaftlicher Sicht analysiert wird. Insgesamt werden in dem Lastenheft 144 Anforderungen abgeleitet, die die Lösung in WINNER erfüllen muss.

Damit hat sich das Konsortium rund um die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG (CSg) und den VSWG viel vorgenommen. Im August sollen in Chemnitz die Bauarbeiten für den Demonstrator beginnen. Dann wird ein CSg-Gebäude in der Alfons-Pech-Straße im Flemminggebiet mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ausgestattet; vor dem Gebäude werden vier Stellplätze mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge errichtet.

Im Projektverlauf soll der durch die Photovoltaik-Anlage erzeugte Strom dann einerseits an die Mieter der Alfons-Pech-Straße als Mieterstrom weitergegeben und andererseits für den Betrieb von Elektrofahrzeugen vor der Haustür genutzt werden. Der Strom wird anhand von Überkapazitäten, Auslastungsschwankungen und Netzstatus intelligent gesteuert.

Zur Prognose der Stromproduktion sowie Ermittlung des Strombedarfs im Zeitverlauf werden zahlreiche Sensoren und Messgeräte verbaut. Die gesammelten Daten werden im Demonstrationsbetrieb gemeinsam mit Fahrzeugdaten, z.B. über den Ladezustand der Batterie oder die Restreichweite, datenschutzkonform auf eine einheitliche Datenplattform der FSU Jena überführt. Mithilfe intelligenter Algorithmen sollen die Prozesse dann optimiert und die Ladestrom- und Mieterstromlieferung gesteuert werden.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der Kombination von gewerblicher und privater Elektromobilität. Derzeit wird diesbezüglich noch mit wohnungswirtschaftlichen Dienstleistern im Quartier verhandelt, beispielsweise mit Pflegediensten, Handwerksbetrieben oder Einzelhandelsunternehmen. Ziel ist die Optimierung der Fahrzeugauslastung bei gleichzeitig minimalem finanziellem Aufwand für die beteiligten Nutzer. Zu den Zeiten, in denen die durch den Projektpartner teilAuto bereitgestellten Elektrofahrzeuge nicht gewerblich genutzt werden, stehen sie den Mitgliedern der Wohnungsgenossenschaft sowie ggf. Dritten zur Verfügung.

Außerdem werden derzeit verschiedene Messkonzepte sowie Buchungs- und Abrechnungssysteme untersucht, bewertet und anschließend umgesetzt.

Neben der CSg und dem VSWG arbeiten im Projektkonsortium die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die GEMAG Gebäudemanagement AG, die HEOS Energy GmbH, die NSC GmbH und die Mobility Center GmbH (mit dem Carsharing-Angebot „teilAuto“). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über einen Zeitraum von drei Jahren mit einem einer Fördersumme von 2,5 Millionen Euro gefördert.